Görlitz Jüdisches Erbe und Vermächtnis

Die Jüdische Gemeinde in Görlitz gilt seit dem 2. Weltkrieg als ausgelöscht. Verfolgt, vertrieben, oder ermordet in den Jahren 1933-1945, gestalten sich die Schicksale der einstigen jüdischen Bewohner entsprechend wechselvoll.

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist.“

Der Kölner Künstler Gunter Demnig setzt sich mit seinem Projekt „Stolpersteine“ aktiv für dieAufarbeitung der menschenverachtenden und menschenrechts-feindlichen Vorgehensweisendes NS-Regimes ein. Das Projekt, das ursprünglich in Köln enstand, existiert heute europaweit.
Viele der Geschichten hinter den Namen auf den Görlitzer Stolpersteinen finden sich zum ersten Mal gesammelt. Ganz unterschiedlicher Herkunft, mal sind es Überlebens-geschichten, Tagebucheinträge, Erinnerungen und Erzählungen, die ausfindig gemacht werden konnten.
 

Redaktion, Texte und Bildrechte:  Daniel Breutmann, Lauren Leiderman. Kontakt stolpersteinguide@kulturbuero-goerlitz.de

Zu den ersten zehn Stolpersteinen die in Görlitz 2007 verlegt wurden gehörten unter anderen der Arzt Erich Oppenheimer und seine Frau, der Tierarzt Eugen Bass, der Kunstmaler Paul Boehm und seine Schwester sowie die Textilhändler Betty und Sigmund Fischer. Mit der Verlegung drei weiterer Stolpersteine zu Ehren und in Erinnerung an Martin Ephraim und das Ehepaar Paul und Margarete Arnade wächst die Zahl auf insgesamt 14. Mittlerweile finden sich 21 Stolpersteine in Görlitz verlegt.
Link: https://stolpersteine-guide.de/staedte/208/gorlitz

Es ist eine Spurensuche in der jüngeren Görlitzer Geschichte, die von Lauren Leiderman initiiert wurde. Das Deutschsprachige Radioprogramm von Radio Opole hat die Geschichte der Neuentdeckung des reichen Erbes des Jüdischen Friedhofs in Görlitz aufgegriffen und einen Beitrag dazu gesendet.

Synagoge Görlitz

Am Rande des Stadtparks auf der Otto-Müller-Strasse erbaute sich die jüdische Gemeinde 1909-1911 in eindrucksvollen Jugendstilformen ihr Gotteshaus, die Görlitzer Synagoge. Die im Jahre 1911 eingeweihte Synagoge ist ist die einzige in Sachsen, die die Pogromnacht 1938 unzerstört überstanden hat und bis heute erhalten ist. Nach Plänen der bekannten Dresdner Architekten Lossow & Kühne entstanden, dient die Synagoge nach dem Ende der anstehenden Sanierung für Veranstaltungen die die Geschichte und ehemalige Bestimmung des Gebäudes respektieren und in Beziehung stehen zu dem Zweck, für den die Synagoge einst gebaut wurde.

Der Jüdische Friedhof

Der Jüdische Friedhof in der Görlitz Süd-Stadt hat die NS Zeit überdauert, er ist heute ein beeindruckendes Denkmal und Ort der Erinnerungen.

Viele herausragende Persönlichkeiten der Stadtgeschichte und noch dazu Pioniere der Gründerzeit sind hier begraben. Nicht zu vergessen die Schicksale der von den Nazis Verfolgten und Ermordeten.

Der Görlitzer Friedhof unterscheidet sich von anderen jüdischen Friedhöfen im heutigen Sachsen durch seine imposanten Grabmale, die fast an Grufthäuser erinnern. Aus der Gründungszeit des Friedhofes sind keine Grabsteine mehr erhalten. Dafür ist die 1860er Umgestaltung zu einem großzügig angelegten Parkfriedhof gut erkennbar.

Erreichbar mit der Strassenbahn. Haltestelle Büchtemannstrasse, Görlitz Südstadt

Schicksale jüdischer Einwohner in Görlitz zwischen 1933 und 1945

Eine Themenführung geht auf Spurensuche, vorbei an den Stätten, die für das jüdische Leben in Görlitz von Bedeutung waren. Der Blick richtet sich sowohl auf Aspekte der jüdischen Religion, als auch auf interessante Biografien und Geschichten, die mit dem Leben der Görlitzer Juden verbunden sind, sowie in das Kultur- und Geistesleben. mehr

Die Stadt Görlitz verfügte in den Jahren vor 1933 über eine Vielzahl jüdischer Einrichtungen und Geschäfte. Durch die Judenverfolgung der Nationalsozialisten, die schließlich in den Holocaust mündete, wurde dieses jüdische Leben in Görlitz ausgelöscht. Ein Projekt hat 2006 die Erinnerungen von Überlebenden und Zeitzeugen auf Tonband aufgenommen und die Ereignisse der Verfolgung der Juden in Görlitz festgehalten mehr


Seit Februar 2016 ist es möglich, alle Biografien zu den Stolpersteinen direkt im Browser abzurufen. So kann sich jeder, auch ohne App oder Smartphone über die Stolpersteine vor Ort informieren. Die Stolpersteine werden auf einer große Karte bereitgestellt, nach einem Mausklick auf einen Stein werden die jeweiligen Texte und Bilder angezeigt. Die Web-App funktioniert sowohl auf PCs, als auch auf Smartphones und Tablets.
Link: www.stolperstein-guide.de

Der Förderkreis Görlitzer Synagoge wurde bereits 2004 gegründet und setzt sich für die Nutzung der Synagoge ein, die den ursprünglichen Zweck als sakrales Gebäude berücksichtigt und respektiert. Der Verein hat während der gesamten Renovierung mit seinen engagierten Mitgliedern zahlreiche Veranstaltungen organisiert und wird nach Eröffnung als Kulturforum mit seinen Partnern audiovisuelle Führungen und ein didaktisches Programm über das Judentum sowie der jüdischenGeschichte der Stadt Görlitz anbieten. Link: www.synagoge-goerlitz.de 

Literaturtipps
#Görliz #Zgorzelec

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#Judentum #Stadtgeschichte

#NeverForget #Holocaust

Die Juden von Görlitz

Beiträge zur jüdischen Geschichte der Stadt Görlitz

 

Dr. Markus Bauer, Siegfried Hoche (Herausgeber)

 

Die Synagoge zu Görlitz: Ein vergessenes Gedenkzeichen

Autor Norbert Haase

 

Jüdische Miniaturen Herausgegeben von

Hermann Simon

 




Juden in der Oberlausitz (Lusatia Historie) von Erhard Hartstock (Autor), Roland Otto (Autor), Hans E Kaulfürst (Autor), André Bockholt (Autor), Katrin Griebel (Autor), Jürgen Matschie (Illustrator)

 

Denn Liebe ist stärker als Hass

von Shlomo Graber (Autor), Adrian Suter (Autor)