LOST PLACES | VERGESSENE ORTE GÖRLITZ

Filmarbeiten sind im Gange für ein spannendes Projekt. Es sind vergessene Orte sog. 'Lost Places' die ein Filmteam in Görlitz ins Bild setzt. In Hinterhöfen in der Innenstadt versteckt, zugewachsen, oftmals ungenutzt, finden sich Industrieanlagen die von der Betriebsamkeit vergangener Jahrzehnte künden.

Das Steppke-Bekleidungswerk auf der Salomonstrasse in einem Hinterhof gelegen, ist ein solcher vergessener Ort in Görlitz. Zu DDR Zeiten nähten hier die Werktätigen Frauen qualitätsvolle Kinderbekleidung. Für das Steppkewerk lässt der letzte Betriebsleiter als Zeitzeuge die Geschichte noch einmal aufleben - vor der Kamera und für die Nachwelt dokumentiert. Die Dreharbeiten dafür laufen.

Ein Stück Görlitzer Industriegeschichte

VEB Bekleidungswerk "Steppke" Görlitz

Modische Kinderbekleidung in Ostzeiten fertigten die Werktätigen des VEB Bekleidungswerk "Steppke" in Görlitz.
Die Arbeit der mehrheitlich Frauengeprägten Belegschaft konzentrierte sich auf beste Qualität und modisch-aktuelle Gestaltung. Das Bundesarchiv hat einige Aufnahmen aus dem Steppke-Werk im Bestand. Ein Wiedersehen mit den
Bekleidungsfacharbeitern und Industrieschneiderinnen von damals.

[Adressbuch Stadt Görlitz 1912/13]

Nahme & Weiske, Görlitzer Smyrnateppichfabrik, Salomonstr. Inh. Adolf Nahme

Die Firma Nahme & Weiske dehnte sich über mehrere Strassenzüge der Innenstadt. Knüpferei und Kontor Salomonstr. 10/12 (H), Knüpferei Berliner Str. 57 (H) und Weberei auf der Salomonstr. 30/31 Hinterhof.

1951 wird das Steppke Bekleidungswerk aus der Görlitzer Teppichfabrik Nahme & Weiske gegründet und das Eigentum verstaatlicht. Das ehemalige Bekleidungswerk in der Salomonstrasse 30/31 in Görlitz befindet sich nach Rückübertragung des Eigentums im Zuge der Restituierung von Altansprüchen im Besitz der einstigen Unternehmerfamilie Nahme.

Reklame Steppke Schulbekleidung von 1956
Reklame Steppke Schulbekleidung von 1956


Fotoaufnahme 2014
Fotoaufnahme 2014

Alte Fotoaufnahmen zeigen den Alltag im Steppke Werk 1974. Für einen Magazinbeitrag wurden damals die Görlitzer Näherin Renate Heinze, Industrieschneiderin Angelika Kloser, Ilona Pätzold und Eva-Maria Droben, Silvia Haubner, Irene Kopytzick, Bärbel Fritsche, Bekleidungskonstrukteure Erika Schultze, Friederieke Meier (im Bild ganz rechts) und Christine Happke von Ulrich Häßler fotografisch festgehalten. Link: Bildbestand Bundesarchiv

Sie wurde festgehalten auf den Fotos von Ulrich Häßler im Februar 1974, Friederieke Meier, eine der Werktätigen im Steppke-Werk auf der Salomonstrasse. 40 Jahre danach gab es ein Wiedersehen an alter Wirkungsstätte im Rahmen einer Geschichtswerkstatt.


Lost Places | Görlitz Vergessene Orte

Manche sind verfallen oder nicht mehr bewohnt, haben aber trotzdem eine spannende Geschichte zu erzählen