LOST PLACES | VERGESSENE ORTE GÖRLITZ

166 Jahre Görlitzer Waggonbau

Seit 1848 werden in Görlitz Schiengefährte gebaut. Im Volksmund als Fliegender Hamburger bekannt, ist es die Baureihe SVT 877a/b die in den Görlitzer Waggonbauwerken gefertigt wurde. Made in Görlitz und ein Exportschlager sind heute die Doppeldecker-Carriages die in hoher Typenvielfalt ausgeliefert – national und international - in Deutschland, den Niederlanden, Dänemark, Luxemburg und Israel, erfolgreich im Einsatz..

Bild KWR ©2014


Görlitz die Geburtsstätte des Fliegenden Hamburgers in einem Film der Deutschen Reichsbahn

VT18.16 DR 175 SVT Bauart Görlitz

Elektrischer Triebwagen elT 516 auf dem Werkshof der WUMAG in Görlitz (1927-1931)

Vor 50 Jahren wurde im Görlitzer Waggonbau der erste neue Schnelltriebwagen der Bauart Görlitz für die Deutsche Reichsbahn (DR) fertiggestellt. Bahnexperten benutzen freilich eher die offizielle Kennzeichnung: „VT18.16.01“. Es war der erste von insgesamt acht vierteiligen Schnelltriebwagen, die nach dem Zweiten Weltkrieg wieder in Görlitz für die DR gebaut wurden. Damit wurde eine Tradition in Görlitz fortgesetzt. Bereits 1932 lieferte das Werk den bekannten Schnelltriebwagen „Fliegender Hamburger“ und weitere Züge der Bauart Hamburg an die DR. Der neue Schnelltriebwagen Görlitz wurde 1963 auf der Leipziger Frühjahrsmesse öffentlich vorgestellt.

Heute ist Görlitz das Bombardier-Kompetenzzentrum für die Fertigung von Doppelstockzügen. Mit der erfolgreichen Entwicklung von Triebfahrzeugen, Doppelstockwagen und Drehgestellen schreibt der kandadische Konzern ein Stück Eisenbahngeschichte fort.  Link


"Görlitz ist eine Stadt, die den Handel in die Wiege gelegt bekommen hat"

Der Anschluss an die sächsische Staatsbahn und insbesondere die direkte Verbindung nach Berlin ließen Görlitz im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt und Industriezentrum des Kaiserreiches und der preußischen Provinz Niederschlesien werden

Im Oktober 1849 erhielt der Sattlermeister Christoph Lüders vom Magistrat der Stadt den Auftrag, in seiner 1827 gegründeten Wagenbauanstalt zwei schienengebundene Holztransportwagen zu fertigen. Somit wird der Oktober 1849 zur Geburtsstunde des Waggonbaus in Görlitz. Von 1842 bis 1869 wirkte Lüders als Stadtverordneter. Er setzte sich besonders für Bauwesen, Verkehrswesen, Industrie und Gewerbe, Volksbildung und Kultur ein und förderte die Lehrlingsausbildung.Unternehmer und Stadtverwaltung sollten gemeinsam den gesellschaftlichen Fortschritt Einheit gestalten und durchsetzen. mehr

Das Grundstück des Görlitzer Waggonbaus reicht bis an die Berlin-Görlitzer Eisenbahn heran

Vor mehr als zehn Jahren führte Bombardier Transportation alle Abteilungen an einem Standort zusammen. Der gesamte Gebäudekomplex des ehemaligen Werk I stand seit diesem Zeitpunkt leer. Die Stadt Görlitz hat Teilflächen des Grundstückes Waggonbau Werk I erworben und sich entschieden diese zu revitalisieren.


Fotoaufnahme 2014
Fotoaufnahme 2014

LOST PLACES | VERGESSENE ORTE GÖRLITZ ist ein Projekt von goerlitz21 e.V. und dem Kulturbüro Görlitz ©2014

Präsentation des Geschichtsprojektes "Zeitensprünge" (2007)

Um 1900 war die Stadt Görlitz, die sich damals noch beiderseits der Neiße erstreckte, eine blühende Stadt mit über 90.000 Einwohnern. In der Zeit der Industrialisierung um 1900 wurden viele neue Firmen in Görlitz gegründet. Einige davon gibt es heute noch. Die Fabrik von Christoph Lüders, die früher Eisenbahnwaggons produzierte, heißt heute „Bombardier“ und bietet fast 800 Menschen einen Arbeitsplatz. Auch architektonisch hatte und hat Görlitz einiges zu bieten. Die Zeitenspringer haben die Historie vieler repräsentativer und wichtiger Gebäude und Orte recherchiert und auf einem Flyer zusammengefasst. mehr